Schürzennäherinnen

Schürzennäherinnen
Die Fabrikantin und die Kriessner «Mädchen»
Chronos Verlag, Zürich, Oktober 2012, 192 Seiten, mit aktuellen Porträts von Samantha Thomas, 3. Auflage, 32 CHF

Medienecho und Dank siehe unten

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Das renommierte Schweizer Prêt-à-porter-Unternehmen Akris wurde 1922 in St. Gallen als Schürzenfabrik gegründet – von Alice Kriemler-Schoch (1896–1972). Vierzehn Tagebücher zeugen vom Alltag der engagierten Fabrikantin, die mitten in der Stadt Hühner hielt und kurz vor ihrem 63. Geburtstag die Fahrprüfung ablegte. Sie erweiterte das Unternehmen zur Kleiderfabrik, lotste es durch die Weltwirtschaftskrise und den Zweiten Weltkrieg – und verteidigte ihre Schürzenproduktion, bis das Schürzentragen aus der Mode kam. Zwischen 1946 und 1966 betrieb Akris eine kleine Schürzennäherei in Kriessern. Wie lebten diese Näherinnen? Wie wuchsen sie auf in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, als das Stadt-Land-Gefälle riesig und die Bildungschancen für Mädchen gering waren? Die Porträts der neun Rheintalerinnen geben Einblick in eine längst vergangene Welt, geprägt durch Kinderarbeit, Marienlieder, Armut und Autoritätsgläubigkeit. Die Mädchen hüteten Kühe und Kinder, stachen Äcker um und ernteten Erbsen. Als junge Frauen nähten sie Schürzen. Den Verdienst gaben sie zu Hause ab, eine Lehre lag nicht drin. Das gemeinsame Nähen im «Büdeli» hat die Kriessnerinnen verbunden. Sie nannten sich «Kriemlera» – nach ihrer Chefin Alice Kriemler-Schoch, die ihrerseits von den Kriessner «Mädchen» sprach. Auch sie war auf einem kinderreichen Bauernhof aufgewachsen und hatte als Schürzennäherin begonnen.


Buchbesprechungen

Pressestimmen Chronos Verlag

Kontext Radio SRF 2 Kontext – Sabine Bitter – Die Schürzennäherinnen

Kulturplatz SRF1, 9.1.2013 – Richard Herold – Von der Küchenschürze zur Haute Couture

3sat, 10.1.2013 – Richard Herold – Von der Schürze zum Pariser Laufsteg

Tages-Anzeiger, 11.12.2012 – «Spricht man heute von Akris, denkt man an Glamour, an Michelle Obama, gehüllt in feinste Seide, und unverwechselbaren Purismus. Doch die Anfänge waren karg, und es ist kaum vorstellbar, wie einst blutjunge Landmädchen in einer kalten Stube […] an ihren Maschinen hockten und Schürzen für Akris nähten. Die Autorin Jolanda Spirig macht diese Zeit im kürzlich erschienenen Buch ‹Schürzennäherinnen› lebendig und bringt einem die damaligen Umstände auf einer persönlichen Ebene näher.» Sarah Rüegger – Mädchen als Industriematerial

St. Galler Tagblatt, 23.10.2012 «Kriessern ist ein Dorf von 1700 Einwohnern. Weit draussen liegt es in der Ebene, hart am Rhein und hart an der Grenze zu Österreich. Einfamilienhausquartiere prägen heute das Bild, Gewerbe und Industrie florieren, seit 1964 verbindet es die Autostrasse A 13 mit der Welt. Es ist ein grosser Kontrast zu jener Zeit, über die Jolanda Spirig in ihrem Buch «Schürzennäherinnen» schreibt, das von der Not handelt, von kinderreichen Familien und früh verstorbenen Ehemännern, von Arbeit und allerlei Schicksalsschlägen – und, trotz allem, von Lebensfreude. Und von einer bemerkenswerten Frau im fernen St. Gallen.» Rolf App

Ostschweizer Kulturmagazin Saiten, 11/2012 – «Die Mädchen mussten schon als Kinder und Jugendliche beim Geldverdienen helfen. Als junge Frauen nähten sie Schürzen. Den Verdienst gaben sie zu Hause ab, eine Lehre lag nicht drin. Das gemeinsame Nähen im «Büdeli» hat sie nachhaltig geprägt. Noch im hohen Alter blicken sie mit guten Gefühlen auf ihre Zeit als «Kriemlera» zurück – diesen Namen haben sie sich damals gegeben. Aus heutiger Sicht wirkt diese Loyalität irritierend. Haben sie sich nicht einfach mit einer patriarchalisch-autoritären Welt arrangiert, die sie klein hielt? Bei der Lektüre merkt man: Die Sache ist komplexer.» Peter Müller

anzeiger, 24.10.2012 – «Das Ergebnis: Ein eindrückliches Bild aus dem bäuerlichen und kleinbürgerlichen Frauenleben dieser Zeit.» Helga Schabel

ostschweizerinnen.ch – «Jolanda Spirig ist ein brillante Erzählerin. Sie greift Alltagsgeschichten auf, Themen, die in Vergessenheit geraten, verdrängt sind. Sie schlägt eine Brücke von der Vergangenheit zum Jetzt. Die Leserschaft lässt sich gerne ein, ihr Buch zur Hand zu nehmen. […] Unbekannte Frauen bekommen auf einmal eine Stimme. Die Autorin zeichnet ein eindrückliches Bild aus dem Alltag im 20. Jahrhundert.» Elke Baliarda

Radio Lora, 25.3.2013 – «Ich habe dieses Buch Schürzennäherinnen in einem Zack gelesen. Ich konnte nicht mehr aufhören – und was mir sehr aufgefallen ist, diese Ehemänner starben einfach an einer Lungenentzündung.» Charlotte von Känel

 


Dank
Kanton St. Gallen Kulturförderung/Swisslos
Rheintaler Kulturstiftung
Gemeinde Oberriet
Ortsgemeinde Kriessern
Raiffeisenbank Kriessern
Alexander Schmidheiny Stiftung
Stiftung zur Erforschung der Frauenarbeit
Dietsche Montageprofis
GK Grünenfelder AG und Albert Grünenfelder, Kriessern
Hugo Dietsche AG, Kriessern
Nuga Systems AG, Balgach
Die Mobiliar, Generalagentur Rheintal

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